Zusammenfassung Imperialismus und Ukraine
1. Imperialismus (1870–1914)
Definition
Imperialismus ist die Ausdehnung von politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Einfluss eines Staates über andere Völker und Länder – oft durch Kolonialismus und Gewalt.
Kolonialgebiete der europäischen Mächte (ca. 1914)
| Land | Kolonien / Einflussgebiete |
|---|---|
| Grossbritannien | Indien, Australien, Kanada, Südafrika, Ägypten-Sudan (Kap-Kairo-Linie) |
| Frankreich | Nord- und Zentralafrika, Indochina (z. B. Vietnam) |
| Deutschland | Südwestafrika (Namibia), Ostafrika (Tansania) |
| Belgien | Kongo |
| Portugal | Angola, Mosambik |
| Niederlande | Indonesien |
| Italien | Libyen, Somalia |
| Russland | Zentralasien, Sibirien |

Gründe für imperialistisches (europäische) Streben
- Wirtschaftliche Interessen: Die Industrie sucht Rohstoffe und am Schluss einen Absatzmarkt für ihre Produkte
- Machtinteressen: Militärische Unterstützung
- Sozialdarwinismus: Die weisse Rasse ist überlegen und werde sich sowieso durchsetzen (ausgehend von Darwins Tierbeobachtungen)
- Zivilisatorisches Sendungsbewusstsein: Überzeugung der einheimischen Bevölkerung mit der scheinbar überlegenen europäischen Kultur
- Nationalismus: Die eigene Nation ist überlegen
- Theorie des Sozialimperialismus: Innenpolitische Probleme (bsp. Überbevölkerung) abgelenkt
- Bevölkerungsüberschuss: Ähnlich wie Sozialimperialismus (Städte «explodieren»)
Rassismus im Imperialismus
Rassismus diente zur Legitimation von Herrschaft und Ausbeutung.
Elemente:
- „Weisse Rasse“ als überlegen
- „Naturreiche“ als rückständig
- Exotisierung und Entmenschlichung (z. B. „Lippennegerinnen“ im Zoo Basel 1932)
2. Die Schweiz und der Imperialismus
Beteiligung trotz Neutralität
Obwohl die Schweiz keine Kolonien besass, waren Schweizer Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen aktiv am Kolonialismus beteiligt:
Beispiele:
- Plantagenbesitz mit Sklaven:
- Pourtalès & Cie.: Zuckerplantagen auf Grenada mit 100–200 Sklaven
- Bank Leu & Co.*: Beteiligung an Sklavenhandel über französische Kolonialfirmen
- Missionare:
- Kindheit-Jesu-Verein: Sammelaktionen mit rassistischen Bildern wie „Weisser, kauf mich doch!“
- Völkerschauen:
- Carl Hagenbeck zeigte „Feuerländer“ in Zürich (1881/82) – viele starben an Krankheiten
Verantwortung heute
- Archive wurden lange verschlossen (z. B. Clariden Leu / Credit Suisse)
- Stadt Zürich übernimmt Verantwortung: Übergabe der Akten an Staatsarchiv
- Debatten um rassistische Denkmäler:
- z. B. „Zum Mohren“: Streit um Entfernung vs. historische Kontextualisierung
3. Ukraine: Geschichte & Krieg (2022–2025)
Bedeutung der ukrainischen Flagge
- Blau: Himmel
- Gelb: Weizenfeld
→ Symbol für Landwirtschaft und Freiheit
Chrononologie der Ukraine
| Zeit | Was geschiehte |
|---|---|
| 988 | Wladimir tritt zur orthodoxen Kirche über und gründet das Reich der Kiewer Rus |
| 1918 | Unabhängigkeitserklärung einer Ukrainischen Republik |
| 1922 | Ukraine wird Teil der neu gegründeten Sowjetunion (Ukrainische SSR) |
| 1931/32 | Der Holodomor (= Hungerholocaust) forderte die Hungersnot in der Ukraine den Tod von 3-7 Mio. Menschen |
| 1941-45 | Ukrainer kämpfen an der Seite der Sowjets gegen Nazi-Deutschland; die Partisanen unter Stepan Bandera kämpfen für eine unabhängige Ukraine |
| 1991 | Die Ukraine wird unabhängig Das Ende der Sowjetunion: Mehr als 90 Prozent der Abstimmenden sprechen sich bei einem Referendum für eine souveräne, eigenständige Ukraine aus. |
| 1994 | Das Budapester Memorandum (= schriftliche Abmachung) wird unterzeichnet Mit der Auflösung der Sowjetunion erbt die Ukraine ein grosses Arsenal an Nuklearwaffen. Russland verpflichtet sich, die territoriale Integrität der Ukraine zu wahren, wenn diese im Gegenzug ihre Nuklearwaffen abtreten |
| 2004 | Nachwahlen müssen abgehalten werden, da der pro-russische Kandidat Wiktor Janukowitsch offenbar unrechtmässig gewählt wurde. Nach wochenlangen Protesten (orangene Revolution) wird der Europa-orientierte Wiktor Juschtschenko als Präsiden gewählt. |
| 2010 | Diesmal wird der pro-russische Kandidat Janukowitsch gewählt |
| 2013/14 | Die «Euromaidan»-Revolution Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, da Janukowitsch ein bereit liegender Vertrag einer Assoziierung zur EU nicht unterzeichnet. Janukowitsch flieht, die prowestliche Regierung von Peter Poroschenko übernimmt: in den Augen des Kremls ein Putsch! |
| 2014 | Einmarsch auf die Krim Annexion (= Einnahme) der Halbinsel Krim. Es folgen keine kriegerischen Handlungen und ein international nicht anerkanntes Plebiszit (= Volksbefragung, mit 96% Zustimmung zu einem Staatswechsel) |
| 2014 bis heute | Krieg in der Ostukraine Von Moskau aus koordiniert und unterstützt, stürmen prorussische Demonstranten im Süden und Osten der Ukraine die regionalen Verwaltungen. 2022 Invasion von russischen Streitkräften in die Ukraine mit dem Ziel der Eroberung Kiews. |
| 2022 | Invasion von russischen Streitkräften in die Ukraine mit dem Ziel der Eroberung Kiews |

Krieg 2022–2025: Putin’s Motive
| Offizielle Begründung Putins | Kritische Einschätzung |
|---|---|
| Schutz russischsprachiger Bevölkerung | Keine systematische Verfolgung |
| „Entnazifizierung“ | Selenski ist jüdischer russischsprachiger Präsident |
| NATO-Erweiterung als Bedrohung | Ukraine war nicht NATO-Mitglied |
| Historischer Anspruch auf Ukraine | Völkerrechtlich klar: Ukraine ist souveräner Staat |